
Der klassische Trockenbau steht vor einem Wandel. Nachhaltige Baustoffe gewinnen im Bauwesen zunehmend an Bedeutung. Mit der neuen Rapido-Lehmkartonplatte entsteht eine nachhaltige Alternative zu Gipskartonplatten, die sich nahezu identisch verarbeiten lässt, jedoch deutliche Vorteile bei Raumklima, Recyclingfähigkeit und CO₂-Bilanz bietet.
Doch was macht die Lehmkartonplatte so besonders und warum sprechen viele Experten bereits von der nächsten Generation im Lehmtrockenbau? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Vorteile die neue Technologie bietet und weshalb sie den Trockenbau nachhaltig verändern könnte.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Was eine Lehmkartonplatte ist und wie sie funktioniert
- Welche Unterschiede es zu klassischen Gipskartonplatten gibt
- Welche Vorteile die Rapido-Lehmkartonplatte bietet
- Warum Lehm im Trockenbau immer wichtiger wird
- Warum die Lehmkartonplatte das Potenzial hat, den Trockenbau nachhaltiger zu machen
Warum klassische Gipskartonplatten an Grenzen stoßen
Gipskartonplatten haben den Innenausbau revolutioniert und sind aus dem modernen Bauwesen kaum wegzudenken. Dennoch geraten sie zunehmend in den Fokus, wenn es um Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft geht.
Die Herstellung von Gips erfordert Energie und große Mengen an Rohstoffen. Gleichzeitig wird die Verfügbarkeit von sogenanntem REA-Gips, der bisher aus der Rauchgasentschwefelung von Kohlekraftwerken gewonnen wurde, in Zukunft deutlich zurückgehen. Hinzu kommt die Herausforderung, anfallende Gipskartonabfälle wirtschaftlich und flächendeckend zu recyceln.
Vor diesem Hintergrund wächst das Interesse an alternativen Baustoffen, die nachhaltiger hergestellt werden können und sich einfacher in einen geschlossenen Materialkreislauf integrieren lassen.
Vorteile der Rapido-Lehmkartonplatte
Die Rapido-Lehmkartonplatte verfolgt das gleiche Grundprinzip wie eine klassische Trockenbauplatte, setzt jedoch auf einen innovativen Lehmkern statt auf Gips. Dadurch verbindet sie die einfache Verarbeitung moderner Trockenbausysteme mit den bauphysikalischen Vorteilen eines natürlichen Baustoffs.
Die Oberfläche der Rapido-Lehmkartonplatte wird durch Kartonlagen stabilisiert und ist bereits werkseitig für die weitere Oberflächenbehandlung vorbereitet. Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Lehmbauplatten ist keine vollflächige Armierung und Überspachtelung der gesamten Fläche erforderlich. Nach der Montage müssen lediglich die Fugen verspachtelt werden.
Damit bietet die Rapido-Lehmkartonplatte zahlreiche Vorteile für den modernen Innenausbau:
- Verarbeitung ähnlich wie klassische Gipskartonplatten
- malerfertige Oberfläche nach dem Verspachteln der Fugen
- keine vollflächige Armierung erforderlich
- 100 % recyclebar und kreislauffähig
- hergestellt aus natürlichen Rohstoffen
- diffusionsoffen und kapillaraktiv
- verbessert das Raumklima durch natürliche Feuchtigkeitsregulierung
- ideal für nachhaltigen Lehmtrockenbau sowie Wandheiz- und Kühlsysteme
Durch diese Eigenschaften verbindet die Rapido-Lehmkartonplatte die Effizienz des modernen Trockenbaus mit den Vorteilen des Baustoffs Lehm und eröffnet neue Möglichkeiten für nachhaltige Bauprojekte.
Entwicklung gemeinsam mit der TU Berlin
Die Rapido-Lehmkartonplatte wurde in Zusammenarbeit mit der TU Berlin entwickelt. Ziel der Entwicklung war es, die Vorteile des traditionellen Baustoffs Lehm mit den Anforderungen moderner Trockenbausysteme zu verbinden.
Entstanden ist ein Konzept, das die einfache Verarbeitung klassischer Trockenbauplatten mit den bauphysikalischen Eigenschaften von Lehm kombiniert. Damit soll nachhaltiges Bauen einfacher und wirtschaftlicher in bestehende Bauabläufe integriert werden.
Warum die Lehmkartonplatte den Trockenbau verändern könnte
Die Anforderungen an Baustoffe verändern sich. Neben Wirtschaftlichkeit und einfacher Verarbeitung gewinnen Themen wie Nachhaltigkeit, Recyclingfähigkeit und gesundes Wohnen zunehmend an Bedeutung.
Genau hier setzt die Rapido-Lehmkartonplatte an. Sie kombiniert die gewohnten Vorteile des Trockenbaus mit einem natürlichen, kreislauffähigen Baustoff und könnte damit eine neue Generation nachhaltiger Trockenbausysteme einläuten.