Pigmente genau abmessen – auch ohne Milligrammwaage
Wer Farbmuster mit Lehmputz, Lehmfarbe oder Lehmglätte anlegt, braucht oft nur sehr kleine Pigmentmengen.
Diese liegen manchmal im Bereich weniger Gramm oder sogar darunter. Mit einer normalen Küchenwaage lässt sich das kaum noch zuverlässig abwiegen.
Schritt für Schritt zum perfekten Ergebnis
Schritt für Schritt zum perfekten Ergebnis
Die Lösung ist einfach: Das Pigment wird in Wasser verteilt. Anschließend kann die benötigte Pigmentmenge über Milliliter abgemessen werden – zum Beispiel mit einer Apothekenspritze, einem Messbecher oder einem Schnapsglas.
Schritt für Schritt zur genauen Pigmentmenge
1. Pigment in Wasser einmischen
Nehmen Sie einen Messbecher mit 1 Liter Wasser und geben Sie 100 g Farbpigment hinzu. Das entspricht einer Verkaufseinheit der Rapidolehm-Farbpigmente und kann mit einer handelsüblichen Küchenwaage abgewogen werden.
Rühren oder schütteln Sie die Mischung kräftig auf, bis das Pigment vollständig im Wasser verteilt ist.
2. Pigmentmenge über Milliliter abmessen
Bei dieser Mischung gilt:
1 Liter Wasser + 100 g Pigment
- 1000 ml Mischung enthalten 100 g Pigment
- 100 ml Mischung enthalten 10 g Pigment
- 10 ml Mischung enthalten 1 g Pigment
- 40 ml Mischung enthalten 4 g Pigment
Ein baustellenübliches Schnapsglas mit 4 cl, also 40 ml, enthält bei dieser Mischung somit 4 g Pigment.
3. Geeignete Hilfsmittel verwenden
Für das genaue Dosieren reichen einfache Utensilien aus:
- Küchenwaage
- Messbecher
- Apothekenspritze mit 10 ml
- Schnapsglas mit 2 cl oder 4 cl Markierung
Gerade für sehr kleine Mengen ist eine Apothekenspritze besonders praktisch, weil sich damit Milliliter sehr genau entnehmen lassen.
Rechenbeispiel: Farbton B9 als Muster anlegen
Für den Farbton B9 im 25-kg-Sack Rapido-Lehmedelputz werden 6 g Farbpigment benötigt.
Soll nur ein Muster mit 5 kg Rapido-Lehmedelputz hergestellt werden, wird entsprechend weniger Pigment benötigt.
Die Rechnung lautet:
- 6 g Pigment für 25 kg Lehmedelputz
- 1,2 g Pigment für 5 kg Lehmedelputz
Um diese 1,2 g Pigment einfach abzumessen, wird wieder eine Mischung aus 1 Liter Wasser und 100 g Pigment hergestellt.
Bei dieser Mischung gilt:
- 10 ml Pigmentwasser enthalten 1 g Pigment
- 12 ml Pigmentwasser enthalten 1,2 g Pigment
Für das Muster werden also 12 ml Pigmentwasser mit einer Apothekenspritze entnommen.
Was passiert mit dem restlichen Pigmentwasser?
Die restliche Menge muss nicht entsorgt werden. Sie enthält weiterhin Pigment und kann aufgehoben werden.
Es gibt zwei Möglichkeiten:
- Das Pigmentwasser für spätere Mischungen weiterverwenden.
- Das Pigment absetzen lassen, das Wasser vorsichtig abkippen und das Restwasser verdunsten lassen. Danach bleibt wieder trockenes Pigment zurück.
Wichtig ist, die Mischung vor einer späteren Verwendung wieder kräftig aufzurühren, da sich Pigmente am Boden absetzen können.
Rechenhilfe für Pigmentwasser
| Wassermenge | Pigmentmenge | Entnahme | entspricht Pigmentmenge |
|---|---|---|---|
| 1 Liter | 100 g | 10 ml | 1 g |
| 1 Liter | 10 g | 10 ml | 0,1 g |
| 10 Liter | 10 g | 10 ml | 0,01 g |
Faustformel
Je stärker die Pigmentmenge im Wasser verdünnt wird, desto genauer lassen sich sehr kleine Pigmentmengen dosieren.
Für die meisten Muster reicht folgende einfache Mischung:
1 Liter Wasser + 100 g Pigment
Damit lässt sich bequem rechnen:
10 ml = 1 g Pigment
Pigmente sicher und gleichmäßig einmischen
Pigmente sollten immer sorgfältig verteilt werden, bevor sie dem Lehmprodukt zugegeben werden. So entstehen gleichmäßige Farbtöne und sichtbare Pigmentnester werden vermieden.
Für Musterflächen empfiehlt es sich, die Pigmentmenge genau zu notieren. So kann der Farbton später zuverlässig nachgestellt werden.
Lehmoberflächen individuell einfärben
Mit Rapidolehm-Farbpigmenten lassen sich Lehmputze, Lehmfarben und Lehmglätten individuell abtönen. Durch die genaue Dosierung bleiben Muster und spätere Flächen gut vergleichbar.